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Der Non-Dom Status ist eines der mächtigsten Instrumente der internationalen Steuerplanung. Ursprünglich aus dem britischen Steuerrecht stammend, wird das Konzept heute in mehreren Ländern angewendet – am prominentesten in Zypern, Malta und Irland. Das Grundprinzip: Wer in einem Land steuerlich ansässig, aber nicht dort „domiziliert" ist, wird nur auf Einkünfte besteuert, die in dieses Land fließen (Remittance-Basis). Ausländische Einkünfte bleiben unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei.
Für deutsche Auswanderer ist der Non-Dom Status besonders in Zypern interessant, wo er eine vollständige Befreiung von der Special Defence Contribution auf Dividenden, Zinsen und ausländische Mieteinnahmen für 17 Jahre bietet. In Kombination mit der niedrigen Körperschaftsteuer von 15 Prozent ergibt sich eine der effizientesten Steuerstrukturen innerhalb der EU.
Non-Dom in Zypern: Die Details
Der zyprische Non-Dom Status steht allen Personen zu, die ihren steuerlichen Wohnsitz nach Zypern verlegen und nicht auf Zypern „domiziliert" sind. Als Domizil gilt das Land, in dem eine Person ihren dauerhaften Lebensmittelpunkt hat – bei Geburt typischerweise das Herkunftsland der Eltern. Wer nach Zypern zieht, hat in der Regel ein ausländisches Domizil und qualifiziert sich automatisch für den Non-Dom-Status.
Die konkreten Vorteile des Non-Dom Status in Zypern sind beeindruckend: Dividenden sind zu 100 Prozent steuerfrei (keine SDC). Zinserträge sind zu 100 Prozent steuerfrei (keine SDC). Ausländische Mieteinnahmen sind von der SDC befreit. Es gibt keine Erbschaftsteuer, keine Schenkungsteuer und keine Quellensteuer auf ausgehende Dividenden, Zinsen oder Lizenzgebühren. Der Status gilt für 17 Jahre ab Erlangung der zyprischen Steuerresidenz.
| Merkmal | Zypern Non-Dom | Malta Non-Dom | UK Non-Dom (abgeschafft 2025) |
|---|---|---|---|
| Dividenden steuerfrei | Ja (17 Jahre) | Ja (Remittance) | Ja (Remittance) |
| Zinsen steuerfrei | Ja (17 Jahre) | Ja (Remittance) | Ja (Remittance) |
| Mindestaufenthalt | 60 Tage | 183 Tage | War: 90 Tage |
| Mindeststeuer | Keine | 5.000 € (auf Remittance) | Remittance Charge |
| Dauer | 17 Jahre | Unbegrenzt | Abgeschafft 2025 |
| EU-Mitglied | Ja | Ja | Nein (Brexit) |
Non-Dom in Malta
Maltas Non-Dom Status funktioniert nach dem Remittance-Prinzip: Ausländische Einkünfte werden nur besteuert, wenn sie nach Malta transferiert werden. Wer seine ausländischen Einkünfte auf einem Konto außerhalb Maltas belässt, zahlt darauf keine maltesische Steuer. Es gibt eine Mindeststeuer von 5.000 Euro pro Jahr für Personen, die den Non-Dom-Status nutzen und ausländische Einkünfte nicht nach Malta überweisen. Malta bietet zudem das attraktive Rückerstattungssystem für Unternehmen, das den effektiven Körperschaftsteuersatz auf 5 Prozent senkt.
Praktische Umsetzung
Die Beantragung des Non-Dom Status ist in Zypern vergleichsweise unkompliziert. Sie müssen lediglich Ihre steuerliche Ansässigkeit in Zypern nachweisen (entweder über die 183-Tage-Regel oder die 60-Tage-Regel). Der Non-Dom-Status wird nicht separat beantragt, sondern ergibt sich automatisch aus Ihrer steuerlichen Situation. Bei der Steuererklärung geben Sie Ihren Non-Dom-Status an, und die entsprechenden Befreiungen werden automatisch angewendet.
Führen Sie lückenlose Aufzeichnungen über Ihren Aufenthalt in Zypern (Flugtickets, Mietverträge, Kontoauszüge, Einkäufe). Im Fall einer Prüfung müssen Sie nachweisen können, dass Sie die Aufenthaltsvoraussetzungen für die steuerliche Ansässigkeit erfüllen.
Häufige Fragen zum Non-Dom Status
In Zypern gilt der Status für 17 Jahre ab Erlangung der Steuerresidenz, sofern Sie durchgängig steuerlich ansässig bleiben. Wenn Sie Zypern wieder verlassen und die Steuerresidenz aufgeben, erlischt auch der Non-Dom-Status. Bei einer späteren Rückkehr können Sie den verbleibenden Zeitraum nutzen.
Ja, sowohl der zyprische als auch der maltesische Non-Dom-Status sind EU-konforme Regelungen. Sie basieren auf dem Domizil-Prinzip des jeweiligen nationalen Steuerrechts und wurden bisher von der EU-Kommission nicht beanstandet.
Fazit
Der Non-Dom Status ist ein legales und effektives Instrument der Steueroptimierung, das insbesondere in Zypern hervorragende Rahmenbedingungen bietet. Die Kombination aus 15 Prozent Körperschaftsteuer, steuerfreien Dividenden und der 60-Tage-Regel macht Zypern zum attraktivsten Standort für den Non-Dom-Status innerhalb der EU. Eine professionelle Beratung ist dennoch unerlässlich, um die optimale Struktur für Ihre individuelle Situation zu finden.
Steuerplanung mit dem Non-Dom Status
Die optimale Nutzung des Non-Dom Status erfordert eine durchdachte Steuerplanung. Ein typisches Modell sieht wie folgt aus: Sie gründen eine zyprische Limited Company, die Ihre Geschäftstätigkeit abwickelt. Die Gesellschaft erzielt Gewinne und zahlt darauf 15 Prozent Körperschaftsteuer. Den verbleibenden Gewinn schütten Sie sich als Dividende aus – dank Non-Dom Status ist diese Dividende komplett steuerfrei. Die Gesamtsteuerbelastung auf den Unternehmensgewinn beträgt damit nur 15 Prozent.
Für Personen mit einem Jahresgewinn von 200.000 Euro ergibt sich folgende Rechnung: In Deutschland würden Sie bei einer GmbH mit Ausschüttung rund 100.000 Euro an Steuern zahlen. In Zypern mit Non-Dom Status sind es nur 25.000 Euro. Die jährliche Ersparnis beträgt in diesem Beispiel 75.000 Euro – über die volle Non-Dom-Laufzeit von 17 Jahren summiert sich das auf über 1,2 Millionen Euro. Selbst bei konservativer Betrachtung und unter Berücksichtigung der Umzugs- und Beratungskosten amortisiert sich der Wechsel in der Regel innerhalb des ersten Jahres.
Non-Dom in Irland
Auch Irland bietet einen Non-Dom Status, der allerdings anders funktioniert als in Zypern oder Malta. In Irland wird das Remittance-Prinzip angewendet: Ausländische Einkünfte werden nur besteuert, wenn sie nach Irland überwiesen werden. Die irische Körperschaftsteuer beträgt 12,5 Prozent auf Handelseinkünfte – einer der niedrigsten Sätze in Europa. Allerdings liegt der Einkommensteuersatz bei bis zu 40 Prozent, zuzüglich USC (Universal Social Charge) und PRSI (Sozialversicherung). Irland ist daher primär für Unternehmer interessant, die ihre Gewinne im Unternehmen belassen oder durch die irische Holdingstruktur international optimieren möchten.
Detaillierter Vergleich: Welcher Non-Dom Status ist der beste?
Die Entscheidung zwischen den verschiedenen Non-Dom-Jurisdiktionen hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Für Unternehmer mit einer operativen Gesellschaft ist Zypern in den meisten Fällen die beste Wahl: niedrige Körperschaftsteuer, steuerfreie Dividenden, flexible 60-Tage-Regel und EU-Mitgliedschaft bieten ein unschlagbares Gesamtpaket. Malta ist interessant für größere Strukturen mit höheren Gewinnen, da das Rückerstattungssystem bei entsprechendem Volumen sehr effizient ist. Irland eignet sich für Unternehmen, die eine EU-Holdingstruktur benötigen oder im Tech-Sektor tätig sind.
Unabhängig von der gewählten Jurisdiktion gilt: Der Non-Dom Status entfaltet seine volle Wirkung nur bei korrekter Umsetzung und ausreichender wirtschaftlicher Substanz. Eine Briefkastenfirma ohne reale Geschäftstätigkeit wird weder vom deutschen noch vom zyprischen Finanzamt akzeptiert. Investieren Sie in professionelle Beratung und eine saubere Struktur – die Ersparnis rechtfertigt die Kosten um ein Vielfaches.
Kosten und Aufwand für den Non-Dom Status
Die Kosten für die Erlangung und Nutzung des Non-Dom Status in Zypern sind überschaubar. Es gibt keine separate Antragsgebühr für den Status selbst – er ergibt sich automatisch aus Ihrer steuerlichen Situation. Die relevanten Kosten umfassen die Firmengründung (ab ca. 1.200 Euro), laufende Buchhaltung und Audit (ab ca. 3.000 Euro jährlich), steuerliche Beratung und Steuererklärung sowie die Kosten für Wohnung und Aufenthalt in Zypern. Gemessen an der Steuerersparnis, die typischerweise im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegt, sind diese Kosten vernachlässigbar. Wichtig ist, dass Sie einen erfahrenen Dienstleister wählen, der Sie bei der korrekten Umsetzung des Non-Dom Status unterstützt und die jährlichen Steuererklärungen sachgemäß erstellt.